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Elternunterhalt trotz Kontaktabbruchs

Ein erwachsenes Kind schuldet seinen Eltern auch dann Unterhalt, wenn über viele Jahre hin kein Kontakt zu den Eltern bestand. Der BGH hat in seinem, am 12.02.2014 verkündeten Urteil entschieden, dass ein Vater, der gegenüber seinem volljährigen Sohn einseitig den Kontakt abbricht, seine Unterhaltsansprüche nicht verwirkt. Zwar sei der Kontaktabbruch durch den Vater eine Verfehlung, allerdings keine schwere, so dass der Sohn seinem im Alter bedürftigen Vater Unterhalt schulde. In dem vom BGH entschiedenen Fall hatte sich der Vater zumindest bis zum 18. Lebensjahr um seinen Sohn gekümmert und damit zumindest bis zum Kontaktabbruch seiner Elternpflicht genügt. "Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren", § 1601 BGB. Können die pflegebedürftigen Eltern ihren Lebensbedarf im Alter nicht aus der eigenen Rente, dem eigenen Vermögen und dem Pflegegeld decken, müssen die Kinder ihre Eltern finanziell unterstützen, vorausgesetzt sie sind zahlungsfähig. Diese Unterhaltsverpflichtung betrifft allerdings nur die Kinder und, wenn diese verheiratet sind, über den Familien- und Ehegattenunterhalt unter Umständen auch die Schwiegerkinder. Enkel können nicht herangezogen werden.

Simone Mainda
Rechtsanwältin 
Fachanwältin für Familienrecht
Mediatorin
H&P Rechtsanwälte - Dresden

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