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Rückforderung eines Vorschusses auf Mängelbeseitigungskosten (BGH Urteil vom 14.01.2010, Az. VII ZR 108/08)

Der Auftragnehmer kann einen an den Auftraggeber gezahlten Vorschuss auf die Mängelbeseitigungskosten zurückfordern, wenn feststeht, dass die Mängelbeseitigung nicht mehr durchgeführt wird. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Auftraggeber seinen Willen aufgegeben hat, die Mängel zu beseitigen.

Ein Rückforderungsanspruch entsteht auch dann, wenn der Auftraggeber die Mängelbeseitigung nicht binnen angemessener Frist durchgeführt hat.

Welche Frist für die Mängelbeseitigung angemessen ist, ist im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände zu ermitteln, die für diese maßgeblich sind. Abzustellen ist auch auf die persönlichen Verhältnisse des Auftraggebers und die Schwierigkeiten, die sich für ihn ergeben, weil er in der Beseitigung von Baumängeln unerfahren ist und hierfür fachkundige Beratung benötigt.

Der Vorschuss ist trotz Ablauf einer angemessenen Frist zur Mängelbeseitigung nicht zurückzuzahlen, soweit er im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung zweckentsprechend verbraucht worden ist oder es feststeht, dass er alsbald verbraucht werden wird.

Im Zusammenhang ist das weitere Urteil des BGH vom selben Tag, Az. VII ZR 213/07 zu beachten, wonach der Anspruch des Unternehmers auf Rückzahlung des Vorschusses auf Mängelbeseitigungskosten innerhalb der regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren verjährt.
Das Urteil setzt sich eingehend damit auseinander, wann von einer Kenntnis der den Rückzahlungsanspruch begründeten Tatsachen bzw. grob fahrlässiger Unkenntnis auszugehen ist, die den Lauf der Verjährungsfrist in Gang setzen.

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